Besuch im Tierheim

08. Oktober 2018

Tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Susann Biedefeld, MdL zeigt sich beim Besuch des Kronacher Tierheims vom umfassenden Engagement beeindruckt und fordert bayernweit eine Fundtierpauschale von 1,50 Euro Bei einem Rundgang durch das Gebäude und über das Areal erläutert Tierschutzverein-Vorsitzender Klaus Barnickel Susann Biedefeld, die von SPD-Landtagskandidaten Dr. Ralf Pohl und Zweitstimmenkandidat Sebastian Müller begleitet wurde, dass jährlich 600 bis 700 Tiere versorgt, aufgepäppelt und betreut werden. „Kürzlich haben wir 36 Meerschweinchen auf einen Schlag aufgenommen, die sich in einem schlimmen Zustand befanden“, führte der Vorsitzende weiter aus. Er stellt fest, dass die Zahl der Kleintiere deutlich zugenommen hat und erinnert, dass auch nichtalltägliche Aufnahmen erfolgen. So beispielsweise vor Jahren eine 50köpfige Schafsherde. Hinzu kommen Aufnahme von Tieren, die etwa durch Heimunterbringung ihres Halters sonst eingeschläfert werden müssten oder Kampfhunde.

„Unsere Tierheime in Bayern leisten hervorragende Arbeit, übernehmen kommunale Pflichtaufgaben und sorgen dafür, dass Tierleid nicht noch größer wird. Von der bayerischen Staatsregierung gibt es dafür keine finanzielle Unterstützung“, kritisiert die tierschutzpolitische Sprecherin und verweist auf die vielen Anfragen und Anträge der SPD-Landtagsfraktion, um die finanzielle Situation der Tierschutzvereine als Träger der Tierheime zu verbessern. „Leider wurden unsere zig Anträge von der bayerischen Staatsregierung immer wieder abgelehnt und somit die Tierschutzvereine weiterhin im Regen stehen gelassen. Obwohl fast jedes dritte Tierheim bei uns in Bayern vor der Insolvenz steht, sieht die bayerische Landesregierung keinen Handlungsbedarf“, schimpft Susann Biedefeld. Jetzt vier Wochen vor der Wahl hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen, zwei Millionen Euro für die Tierschutzvereine bereitzustellen. Susann Biedefeld berichtet, dass sie sich persönlich beim zuständigen Minister Dr. Marcel Huber im Namen aller Tierschützerinnen und Tierschützer in Bayern bedankt hat. Wichtig wäre aber, bei einem Investitionsstau von 65 Millionen Euro in bayerischen Tierheimen, Kontinuität bei der finanziellen Förderung zu geben und somit zwei Millionen Euro pro Haushalt in Bayern einzustellen. „Tierschutz findet nicht nur vier Wochen vor der Wahl statt.“ Ihrer Meinung nach könne es nicht sein, dass die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter auch noch Geld mitbringen oder dringende Investitionen auf die lange Bank geschoben werden müssen, weil das Geld knapp ist oder gar fehlt. „Hier muss sich der Freistaat seiner Verpflichtung stellen“, fordert Biedefeld weiter. Sie lobt die einheitliche Festsetzung der Fundtierpauschale für Kommunen im Kronacher Landkreis durch den ehemaligen Landrat Oswald Marr. Diese beträgt einen Euro pro Einwohner und ist damit höher wie in anderen Teilen der Region. Vor der Festsetzung gab es 25 Cent. Mit der einheitlichen Fundtierpauschale können laufende Investitionen mit kleinerem Volumen getätigt werden. Dennoch wird die Pauschale nicht ausreichen, wenn es beispielsweise um dringend notwendige Erweiterungen oder Modernisierungen geht. Der Altbau des Kronacher Tierheims ist zirka 50 Jahre alt und wurde vor rund 30 Jahren durch einen weiteren Bau ergänzt. „Es ist also abzusehen, dass auch hier in den nächsten Jahren Baumaßnahmen anstehen werden“, ist sich die Altenkunstadter SPD-Landtagsabgeordnete sicher. Mit ihrer Vermutung liegt sie richtig, denn es sollen in naher Zukunft die Hundeausläufe beim Altbau in Angriff genommen werden. Als erfreulich wertete sie die Tatsache, dass der Verein nach dem ausgelaufenen Pachtvertrag für das Areal dieses gekauft und weitere Flächen erwarb, sodass der Verein mit dem 20 000 Quadratmeter großen Gelände „ausgesorgt“ hat. Diese Investition konnte aus den Vereinsmitteln getätigt werden. Dafür tut der Tierschutzverein, dem derzeit etwas mehr als 600 Mitglieder angehören, einiges. So wird beispielsweise ein Tag der offenen Tür durchgeführt, vieles ehrenamtlich übernommen und moderate Mitgliedsbeiträge angeboten. Diese liegen bei zehn Euro für Kinder und 18 Euro für Erwachsene. Auf der anderen Seite stehen nicht zu unterschätzende Kosten zu Buche, wie etwa für Katzen, die aus unterschiedlichen Gründen in Quarantäne müssen. Pro Stubentiger belaufen sich die Kosten auf rund 100 Euro, die der Verein zu kompensieren hat. Darüber hinaus trägt er auch die Kosten für Kastrationen. Vom langjährigen ehrenamtlichen Engagement, das hinter der vielen Arbeit des Kronacher Tierschutzvereins und dem Tierheim steckt, zeigt sich Susann Biedefeld tief beeindruckt und meint: „Klaus Barnickel steht seit fast drei Jahrzehnten an der Spitze des Vereins. Damit gehört er zu den Dienstältesten Vorsitzenden in Bayern.“ Neben dem hauptamtlichen Team, mit Leiterin Susanne Hanft an der Spitze, engagieren sich im Tierheim und dem Tierschutzverein rund 40 ehrenamtliche Helfer. Fast zur Lebensaufgabe hat sich die gesamte Führungsriege die Vorstandsarbeit gemacht und sorgt für Kontinuität. Allerdings gerät diese aufgrund der immensen Bürokratie an ihre Grenzen. Schließlich kann sich der Verein zum Beispiel keinen Steuerberater leisten und macht seine Lohnbuchhaltung selbst.

Tierheim

Tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Susann Biedefeld, Zweitstimmenkandidat Sebastian Müller, SPD-Landtagskandidat Dr. Ralf Pohl mit Vorsitzenden Klaus Barnickel beim Rundgang über das Gelände des Tierschutzvereins Kronach.

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